Offener Brief an Marcel Fratzscher

Michael Trampert · Samstag, 15. April 2017

Sehr geehrter Harr Fratzscher,

ich nehme in diesem offenen Brief Bezug auf Ihre Kolumne zum Bedingungslosen Grundeinkommen in der Zeit online vom 14.4.2017. Ihr Artikel weist einerseits eine ganze Reihe guter Denkansätze auf, zeugt aber auf der anderen Seite von einem grundsätzlichen Unverständnis der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens, weshalb ich Ihnen gerne ein paar Sätze zu einzelnen Ihrer Thesen schreibe.

Vorweg

Das BGE, wie es vom internationalen Basic Income Earth Network (BIEN) gefordert wird, muss vier Kriterien erfüllen, um als BGE zu gelten:

  1.  Das BGE muss existenzsichernd sein und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.
  2.  Es muss einen individuellen Rechtsanspruch darstellen.
  3.  Es muss ohne Bedürftigkeitsprüfung zur Verfügung stehen.
  4.  Es darf keinen Zwang zur Arbeit oder zu anderen Gegenleistungen voraussetzen.
Zu Ihrer Kolumne

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Die Sozialutopie „bedingungsloses Grundeinkommen“ ist sofort machbar!

Ein Beitrag über das bedingungslose Grundeinkommen von  Dr. Nikolaus Götz

„Die Erde gehört niemandem,
jedoch die Früchte der Erde gehören allen Menschen.“
Jean-Jacques Rousseau, 1755

Seit der Vertreibung des Menschen aus dem biblischen ’Paradies’, träumt der im tagtäglich harten Arbeitsprozess verschlissene Mensch von diesem theologischen ’Schlaraffenland’, in dem der Mensch nie Hunger oder Durst erleiden musste. Auch für all seine sonstigen Konsumbedürfnisse war dort bestens vorgesorgt. Dieses gedachte ’Schlaraffenland’ wäre heute sofort machbar, wenn es die im politischen System der europäischen Industriestaaten gewählten Repräsentanten nur wollten! Schon in den 80er Jahren vor der Jahrhundertwende des Jahres 2000 machten Mitglieder der Partei Die Grünen mit dieser ’utopischen’ Forderung Furore, wobei das ’bedingungslose Grundeinkommen’ als Menschenrecht sogar im Grundgesetz verankert werden sollte. Während heute, im Jahr 2017, im laufenden Wahlkampf zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich nur der eher chancenlose Kandidat Benoît Hamon diese alte Utopie des „revenu universel d’existence“ (universellen Existenzeinkommens) einfordert, griff im vor kurzem stattgefundenem saarländischen Wahlkampf die Einpunktepartei Bündnis Grundeinkommen (BGE) diese konkrete Forderung auf, wobei sie damit parteiübergreifend alle politisch bewussten Bürger ansprach. weiterlesen…