Die Sozialutopie „bedingungsloses Grundeinkommen“ ist sofort machbar!

Ein Beitrag über das bedingungslose Grundeinkommen von  Dr. Nikolaus Götz

„Die Erde gehört niemandem,
jedoch die Früchte der Erde gehören allen Menschen.“
Jean-Jacques Rousseau, 1755

Seit der Vertreibung des Menschen aus dem biblischen ’Paradies’, träumt der im tagtäglich harten Arbeitsprozess verschlissene Mensch von diesem theologischen ’Schlaraffenland’, in dem der Mensch nie Hunger oder Durst erleiden musste. Auch für all seine sonstigen Konsumbedürfnisse war dort bestens vorgesorgt. Dieses gedachte ’Schlaraffenland’ wäre heute sofort machbar, wenn es die im politischen System der europäischen Industriestaaten gewählten Repräsentanten nur wollten! Schon in den 80er Jahren vor der Jahrhundertwende des Jahres 2000 machten Mitglieder der Partei Die Grünen mit dieser ’utopischen’ Forderung Furore, wobei das ’bedingungslose Grundeinkommen’ als Menschenrecht sogar im Grundgesetz verankert werden sollte. Während heute, im Jahr 2017, im laufenden Wahlkampf zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich nur der eher chancenlose Kandidat Benoît Hamon diese alte Utopie des „revenu universel d’existence“ (universellen Existenzeinkommens) einfordert, griff im vor kurzem stattgefundenem saarländischen Wahlkampf die Einpunktepartei Bündnis Grundeinkommen (BGE) diese konkrete Forderung auf, wobei sie damit parteiübergreifend alle politisch bewussten Bürger ansprach.

Für die ’Neuzeit’ des politischen Denkens war es Thomas Morus, der für alle Bürger seines Inselstaates Utopia erstmals das Gedankenexperiment einen ’bedingungslosen Grundeinkommens’ wagte, eine Gesellschaftskritik, die von den Herrschenden damals ebenso als ’realitätsfremd’ abgelehnt wurde wie heute. Der große französische Philosoph und theoretische Vordenker der gegenwärtigen demokratischen Staaten Jean Jacques Rousseau verband generell die Frage nach „Arbeit und Einkommen“ mit der Verfügungsgewalt über den Besitz der Erde, während der Engländer Thomas Paine in seinem Werk ’Agrarian Justice’ (Landwirtschaft-Gerechtigkeit) 1795/96 konkret wurde und die Bildung einer Vereinigung der Landbesitzer forderte, damit diese die jährlich erzeugten Nahrungsmittel an die Bevölkerung gerecht verteilen könnten. Auch im 20. Jahrhundert verhallte der Ruf des französischen Philosophen Michel Foucault oder des amerikanischen Ökonom Milton Friedman nach dem ’bedingungslosen Grundeinkommen’ ebenso ungehört, bis endlich engagierte Bürger der gegenwärtigen Demokratien diese Forderung als wichtigster Punk auf die politische Agenda setzten.

„Was würdest DU arbeiten, wenn für Dein Einkommen gesorgt wäre?“ (www.buendnis-grundeinkommen.de), lautet jetzt eine moderne Formulierung dieser alten biblischen Paradiesvorstellung, womit deren Autoren auf die Phantasie und Kreativität des Menschen anspielen. Längst könnte der klassische ’Arbeitsbegriff’ überholt sein, denn in der zunehmend robotisierten, vollautomatischen Produktionswelt des 21. Jahrhunderts spielt der ’arbeitende’ Mensch im primären wie sekundären Produktionssektor eine geringe, wenn denn fast keine Produktivrolle mehr. Während in der Antike kaum 1% der Gesamtbevölkerung im sogenannten Dienstleistungssektor arbeitete, sind es heute mehr als 99%. Deshalb stellt sich der modernen ’Freizeitgesellschaft’ mit sogenannten ’Erwerbsuntätigen’ in Millionenhöhe die mehr und mehr strukturelle Frage nach dem „legalen Zugriff auf die Produktion“. Was die Einführung der klassischen ’Rente’ oder der ’Pension’ für die Menschen im 19. Jahrhundert war, ist heute im 21. Jahrhundert der Kampf um die Einführung des ‚bedingungslosen Grundeinkommens’. Jetzt im politischen Wahlkampf des Jahres 2017 sollten die Bürger ihre Chance auf Verwirklichung des ’bedingungslosen Grundeinkommens’ mit dem Wahlstift durchsetzen und dem zukünftigen Kanzler ’Bismarck’ endlich diesen konkreten Regierungsauftrag erteilen.

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